Eine tickende Zeitbombe

Pensionszusagen für geschäftsführende Gesellschafter (PZ) – für den Laien ein kryptischer Begriff,

für Verantwortliche in einer GmbH ist die richtige Anwendung der PZ (über)lebenswichtig.

Dieser muss dadurch nicht die staatliche Altersvorsorge in Anspruch nehmen. Der Arbeitgeber des Geschäftsführers, die GmbH, wird somit Träger der Versorgung ohne Zwischenschaltung eines anderen, selbstständigen Trägers. Der Arbeitnehmer hat somit direkten Zahlungsanspruch, im Gegenzug gibt es Pensionsrückstellungen in der Bilanz. Genau nachzulesen ist es im § 6a des Einkommenssteuergesetzes. Die PZ enthält zugleich auch die Sicherung eventueller Witwen-, Waisen und Berufsunfähigkeitsrente. Da sich die Rückstellungen steuermindernd auswirken, werden Pensionzusagen gern als Steuersparmodell genutzt. „Das kann aber nach hinten losgehen.“, warnt Stefan Burghardt: „Im Zuge des Bilanzmodernisierungsgesetzes (Bilmog) ist die Bewertung der PZ verschärft worden.“

Ein Problem ist die unzureichende Berechnung der Rückstellungen. Im Auszahlungsfall reichen sie angesichts gestiegener Lebenserwartung oft nicht aus oder sie setzen gar verfrüht ein – bei verfrühtem, überraschendem Todesfall (die Witwe) oder bei Erleben an einen dauerhaft Kranken – das kann zu Zahlungsschwierigkeiten führen. „Diese Deckungslücken sind eine tickende Zeitbombe!“

Der Teufel steckt im Detail, kommentiert Burghardt. Wenn bei der Formulierung der Zusagetexte nicht genau aufgepasst wird, kann es sein, dass dem Berechtigten am Ende nichts zugesprochen werden kann oder gar Steuern nachgezahlt werden müssen. Letztlich droht die Überschuldung der GmbH.

Hier gern angeführte Rückdeckungsversicherungen reichen oft nicht aus. Was also ist zu tun? Ein in Sachen Pensionszusagen erfahrener Steuerberater sollte zu Rate gezogen werden. Stefan Burghardt: „Es ist ein sehr komplexer Sachverhalt zu prüfen. Es gibt Möglichkeiten, aus unzureichend formulierten PZ rauszugehen, ohne hohe Steuerbelastungen und damit oft verbundenen Zahlungsschwierigkeiten befürchten zu müssen.“